Hingabe

Grenzen

Manchmal bringen mich die kleinen Geschöpfe aber sehr wohl an meine Grenzen. Es ist nicht einfach Liebe zu geben und vermeintlich Unzufriedenheit zurück zu bekommen. Immer wieder muss ich zu mir sagen: “Sie erleben ein Drama, sie machen kein Drama”.

Trotzdem: Das Kinderschreien ist wie ein tropfender Wasserhahn. Die ersten Tröpfen sind kein Problem. Aber das langanhaltende Hämmern der kleinen Kometen kann durchaus einen Krater in meiner Geduld hinterlassen.

Es kann vorkommen, dass ich ein Kind demotiviert halte, ihm keine Geborgenheit mehr geben kann. Oder dass ich es zu fest halte, ihm das Volumen in der Lunge dämpfe, damit es nicht aus vollem Halse schreiben kann. Riesige Dummheiten. Und ich bereue jede einzelne sehr.

Ich versuche dann den Boden unter den Füssen zu spüren. Oder Dinge zu zählen im Raum. Hauptsache ich bin anderswo als beim schreibenden Kinde. Und das ist so traurig. Ich wollte doch Kinder. Aber zu streng darf man auch nicht sein mir mir, wir sind Menschen mit Gefühlen und Grenzen.

Die Zeit mit den Kindern hat mich öfter über meine Grenzen gebracht, als ich es mir ausmalen hätte können. Ich dachte ich bin Resilient und Geduldig. Das waren Eigenschaften die tatsächlich über mich hervorgehoben wurden. Am Arsch ist das so. Ich bin ungeduldig mit den Kindern, wenn das erste schon lange schläft und das zweite einfach noch nicht müde ist. Kann doch das Kind nichts dafür. Und ich bin ungeduldig. Und ich bin nicht resilient genug, um mich am Abend, wenn alle im Schlafen sind, kein Bier zu trinken. Dann fühle ich mich immer wie ein Püezer, der sich nach getaner Arbeit doch noch etwas Gutes gönnen MUSS. Dabei habe ich doch den ganzen Tag Gutes erlebt. Eine verwirrende Zeit.

Schlaf

Mir hat niemand gesagt, dass ich so unglaublich viel Zeit damit verbringe, Kinder in den Schlaf zu kriegen. Anfangs wusste ich auch gar nicht wie. So wie es die Kinder nicht im Aktiv können, konnte ich es nicht im Passiv. Ich wusste nicht, wie zu helfen.

Kinder mit fünf Monaten schlafen 3 - 5 mal am Tag. Zuerst sind sie 2 Stunden wach, dann Nap, dann 3 Stunden wach, Nap, 4 Stunden und dann Nachtschlaf. Das heisst, dass Kinder für jeden Nap und den Nachtschlaf in den Schlaf begleitet werden müssen - worst case 6 mal.

In den Schlaf begleiten kann dauern. Manchmal übersieht man die Müdigkeitszeichen, oder man deutet sie falsch und beginnt schon zu früh mit Einschlafbegleitung. Ist man zu spät, hat man ein übermüdetes Kind, dass partout an der Ausfahrt Richtung Traumland vorbeischliddert. Und das braucht Geduld, wenn man denkt, schon fast angekommen zu sein, aber dann einen weiteren Umweg fahren muss. Ist man zu früh drann, dann probiert man ein Kind zu beruhigen, ohne dass es wirklich ruhiger wird. Aber man will ja nicht, dass es übermüdet wird.

Wir sprechen dann von Schlafbrücken. Diese müssen aufgebaut werden. Mit Ritualen und Regelmässigkeit. Das braucht Zeit. Und wenn sie eingespielt sind, dann ändert sich im vierten Monat noch der ganze Schlaf an sich bei den Kindern. Sie beginnen zu träumen und haben generell einen Monat Mühe in den Schlaf zu finden.

Kinder lieben Nuggeln, Bewegung und Nähe. Und so schlafen sie auch ein. Stillen oder Rumtragen funktioniert für uns gut. Stillen ist nicht ganz einfach und braucht viel, damit das Stillen an sich funktioniert und eine Position gefunden wird, wo das Kind einschlafen kann - und dann auch Mommy. Rumtragen braucht immer mehr Bizeps und ist irgendwann nicht mehr möglich. Aber dabei Treppen zu laufen ist ein Geheimtipp.

Rumtragen in der Tragi ist auch um einiges einfacher, als rumzulaufen. Da lässt sich auch ein gemütlicher Spaziergang daraus machen.

Im Wägeli schlafen unsere nur ein, wenn wir weder zu früh noch zu spät loslaufen. Aber mit Zwillingen ist es fast unmöglich, dass beide bereit sind fürs Wägelchen.

Also. Kinder im richtigen Moment effizient in den Schlaf zu kriegen und das ca. 5 mal am Tag, das braucht richtig viel Zeit. Mit Zwillingen ist es fast gar nicht möglich alleine. Aber meine Frau kriegt es nach 5 Monaten jetzt ziemlich gut hin.

Das bedeutet aber, dass sie mit beiden Kindern umgeschnallt (Total fast 13kg) eine Stunde spazieren geht. Hund auch mit dabei. Oder dass eines umgeschnallt ist und das andere, das halt nicht müde ist, im Trip Trap bespasst wird. Das ist der Zwillingsbonus.

Ein weiterer Zwillings-Schlaf-Bonus gibt es natürlich beim Nachtschlaf: Eines ist erst später müde, dafür ist das Andere früher wach am morgen. So dass sich die Nacht für Mommy möglichst verkürzt.

Ein synchroner Schlaf ist also die halbe Miete. So gibt es tatsächlich einmal im Monat die Chance auf Zweisamkeit. Dann wenn beide gleichzeitig in der Federwiege liegen (und gerade kein Besuch da ist).

Zweisamkeit

Und in diese Zweisamkeit kann das Hirn nicht so schnell abschalten.

Unterwegs

Kinder zu haben, bedeutet unterwegs närvös zu sein. Zu hoffen dass die Kinder ruhig bleiben bis daheim. Weil zwei beruhigen ohne eines ablegen zu können ist schwierig.

Mit 5 Monaten sind sie oft auch gelangweilt im Wägelchen.

Mango

Woche 24

Nachtunruhe

Wir sind gerade im Schub 5 und das merken wir gut. Unsere zwei Schüblers schlafen ziemlich schlecht. Jetzt schon 4 Nächte hintereinander sind beide wach. Und das um 3.10h 3.30h oder 4h. Und nicht nur ein Baby, sondern beide. Das gab es bis hierhin nicht. Weder soviele Nächte hintereinander, noch dass gleich beide wach sind.

Vielleicht ist es nicht der Schub, sondern wir Eltern. Theorien von uns sind, dass die letzte Wachphase zu lange ist, dass sie zu nasse Windeln haben, die Zähne, oder dass sie sich nun besser bewegen können - sich also auf den Bauch drehen und dadurch erwachen.

Nun war das letzte Nacht so: Beide Kinder wach, 4 Uhr. Aber nicht so schlimm, weil wir haben unsereEinschlaftricks womit die Kinder schon nach einer Stunde wieder geschlafen haben. Ich habe den Bub rumgetragen. Nach 7min schläft er genügend tief aber ist noch nicht erholt genug, damit ich ihn in die Federwiege legen kann. Aber diese Nacht, es war 5h 07, wollte es nicht klappen. Er war sofort wach. Ich nahm ihn also wieder in die Tragi und er schlief auch bald wieder ein. Um 5h 21 war er wieder 7min im Traumland. Und weil ich nach einmal wach werden beim Ablegen in die Federwiege noch kein Pattern sehe, habe ich es nochmals probiert. PROBIERT. Denn er war sofort wieder wach. Alsodann. Wieder in die Trage und er blieb zum Glück nochmals schlafen. Er brauchte wohl einfach die Nähe. Er hat dann fast 2h bei mir geschlafen und ich bin im Wohnzimmer auf und ab gelaufen. Draussen noch tiefste Nacht. Nur die Lampe vom Nachbarn sprang jedes mal an, wenn ein Zug hinter unserem Haus vorbeizog. Der muss wohl mal den Bewegungsmelder neu ausrichten.

Während den 2h konnte ich zum Glück die meiste Zeit lesen auf dem Tolino und einen Kaffee rauslassen hat zum Glück auch nicht dazu geführt, dass ich aufs Klo hätte müssen.

Der Bub also nach 2h putzmunter und ich bisschen erschöpft wegen dem 2h Marsch um 5 Uhr morgens. Deswegen habe ich kurz abgehalten und ihn dann noch etwas ohne Windeln turnen lassen. Er kann sich so besser bewegen und er war ja schon entschärft. Also ja.. es kam weder Bisi noch Poop. Aber ich war müde. Ich lag also da neben ihm und höre auf einmal Kackgeräusche. Der Bub im Vierfüssler und es läuft aus ihm raus wie anno dazumals aus der Knettimaschine. Ich habe zum Glück schnell reagiert und konnte ihm ein Nuschi unter den Po halten. Mit Kind und Nuschi hab ichs ins Bad geschafft und hab ihn dort geputzt. War dann gar nicht so schlimm. Auf dem Teppich war nur eine Messerspitze Kack und mein cozy Strampler war schnell in der Wäsche.

Es war wieder so eine Geschichte, wo jeder sagen könnte: Hätte ich dir schon sagen können. Aber eben.